Das Rittergut in Knau

das Rittergut in Knau

In den vergangenen Jahrhunderten zählte das ehemalige Rittergut Knau zu den mächtigsten Besitztümern Ostthüringens und war bis Kriegsende 1945 in Privatbesitz. Es ist eines der regional bedeutenden Baudenkmale. Bis 1914 existierte eine Schnapsbrennerei. 
   Ein Teil des historisch gewachsenen Gebäudekomplexes steht heute unter Denkmalschutz. Man findet heute darin Reste einer ehemaligen Klosteranlage, deren Geschichte weit in das Mittelalter zurückreicht.    
Das geräumige, schloßähnliche Herrenhaus besaß Barockfassaden. Noch heute erkennt man in den verputzten Feldsteinmauern der mehrstöckigen Gebäude ursprüngliche Renaissance-Fenstergewände aus rötlichem Naturstein, der in dieser Region nicht vorkommt.      
     Hinter einer dicken Bruchsteinmauer existiert noch der einzigartige Saal mit der ehemals wertvollen und reich verzierten Holzbalkendecke. 
Allein der Unterzugbalken ist ca. 23 Meter lang. 
 
Viergeschossig ist dieser mittelalterliche Bau. 
Alte Gewölbe und Stuckdecken blieben erhalten. Der ehemals reich verzierte Jagdsaal diente der Repräsentation und existiert noch.      

Die Geschichte des Schlosses.
Das Rittergut Knau besteht vermutlich bereits seit der Mitte des 14. Jh. Untersuchungen an der Holzkonstruktion des Bauwerkes bestästigen, daß schon zu dieser Zeit ein Vorgängerbau existiert haben muss. Es ist wahrscheinlich, daß hier eine Klosteranlage bestanden hatte, die den Mönchen bei der Bewirtschaftung des umliegenden Teichgebietes als Sitz diente. Zum ersten Mal wird das Gut Knau 1522 in Zusammenhang mit Hans und Wolfgang v. Gräfendorf und 1531 mit Else von Gräfendorf zu Knau schriftlich erwähnt. In der Knauer Kirche ist ein vergoldeter Silberkelch zu sehen, den das Gräfendorfsche Wappen ziert. Das Alte Schloss wurde zu Beginn des 17. Jh. von Esaias von Brandenstein als typischer Renaissancebau mit einem Turmgebäude und zwei Festsälen errichtet.
Im Verlauf der Zeit wechselten die Besitzverhältnisse mehrmals, und das Gut kam im Jahre 1745 zusammen mit der Herrschaft Oppurg in den Besitz der Grafen von Hoym, die dem bestehenden Bauwerk das sogenannte Neue Herrenhaus anfügten. Gegen Ende des 19. Jh. kaufte Gottfried Schneider den Besitz und baute ihn zu einem Mustergut aus. Es verblieb bis 1945 in Familienbesitz. Im Zuge der Bodenreform wurde das Gut aufgeteilt und Knau wurde Forschungsstelle für Tierhaltung der Deutschen Akademie zu Berlin.

1992 vernichtete ein Brand das Gutsverwalterhaus und die angre-nzenden Stallungen. Gemeinsam mit der neuen Eigentümerin des Gutes, der Gemeinde Knau, versucht der Förderkreis Rittergut Knau e.V. die historisch bedeutsame Gutsanlage zu sanieren und damit ein kulturelles Zentrum für die Region Knau und den Saale-Orla-Kreis zu schaffen.

 

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