Im Ostthüringer Schiefergebirge liegt zwischen Schleiz, Pößneck und Neustadt/Orla das "Plothener Teichgebiet“, auch "Land der tausend Teiche" oder "Schleizer Seenplatte" genannt.

Es liegt in einer Höhenlage von 480 bis 500 m. Einst existierten 2000 Teiche, die im Laufe der Jahre versandeten bzw. zusammengelegt wurden. Heute befinden sich noch 500 Teiche, auf einer Fläche von 75 Quadratkilometer. Alle diese Teiche sind "Himmelsteiche". Sie wurden von Menschenhand erbaut. Die starken Niederschläge (687 mm pro Jahr) versorgen sie mit Wasser, ausserdem sind sie durch ein Grabensystem miteinander verbunden.

Jedes Jahr im Herbst wurden die Teiche von unten nach oben abgelassen. So wurden etagenweise die tiefer liegenden Teiche durch das abfließende Wasser der höher liegenden Teiche neu gefüllt. Die meisten Teiche sind im Gebiet zwischen den Dörfern Plothen, Moßbach, Linda, Dreba, Knau, Bucha, Schöndorf und Volkmannsdorf. Zwischen Pörmitz, Dittersdorf, Plothen und Pahnstangen und zwischen Moßbach und Auma sind weitere kleine Teichgruppen.

Der Boden in diesem Gebiet des Schiefergebirges besteht vorwiegend aus Lehm. Die Schicht ist bis zu 15 Meter dick. Durch die Bodenbeschaffenheit und die ebene Hochfläche konnte das Niederschlagswasser nur schlecht ablaufen. Das Gebiet versumpfte.Diese Bedingungen waren bestens geeignet für das Anlegen solch großer und flacher Teiche. Alle Teiche besitzen eine wasserundurchlässige Tonschiefer- und Grauwackenunterlage.

Schon um das Jahr 1074 wurde Fischzucht betrieben. Die Teiche wurden von Mönchen aus Mildenfurt bei Weida angelegt. Die Mönche durften entsprechend ihres Gelübdes kein Fleisch essen. Fisch war dennoch erlaubt und so bereicherte er ihre Fastenzeit. Damals wurden vorwiegend Hechte, Schleien und Barben in den Teichen gehalten. Hauptfischart war und ist jedoch der Karpfen. Heute werden überwiegend schuppenarme Zuchtformen des Karpfens gehalten. Sie wurden aus dem Wildkarpfen gezüchtet.

Ursprünglich wurden die Teiche im sogenannten Femelbetrieb bewirtschaftet. Dabei blieben die Fische vom Laichen bis zum Abfischen im gleichen Teich. Nur die größten Fische wurden gefangen. Die kleinen Fische kamen wieder in den neu angestauten Teiche zurück. Man begann mit der Trennung der Fische nach ihrem Alter. So kam es zu der Einteilung der Teiche in Laichteiche, Anzuchtteiche und sogenannte Abwachsteiche. In den erstgenannten Teichen waren die Fische, die besonders gewünschte Eigenschaften hatten. Die Setzlinge (ab 25 g Gewicht) kamen in die Anzuchtteiche. Ab 250 g Gewicht wurden die Fische in die Abwachsteiche gesetzt. Besonders tief mussten die Teiche sein, in denen die Fische überwinterten. Im Frühling wurden diese Überwinterungsteiche abgelassen. Die Mönche setzten die Fische in die einzelnen Anzuchtteiche.

Stehende Gewässer verlanden sehr schnell. Deshalb wurden die Teiche alle 5 bis 10 Jahre trockengelegt. Danach wurde der Teichgrund umgeackert und mit Hafer angesät. So wurde der Teichboden mit Nährstoffen angereichert.

Mit einer Fläche von 32 Hektar ist der Haus- und Plothenteich der Größte. Er wurde schon 1225 erstmals in einer Urkunde genannt. An seinem Ufer befindet sich die Jugendherberge sowie ein Naherholungsbegiet einschließlich Campingplatz. Eine Besonderheit ist das auf Lärchenstämmen erbaute, ca. 300 Jahre alte, Pfahlhaus. Einst gehörte der Hausteich und die angrenzenden Ländereien dem Fürstentum Reuß. Im Jahre 1878 ging es in den Besitz des Rittergutes in Knau über. Anfang des vergangenen Jahrhunderts wurde das Haus gastronomisch genutzt. Nach dem 2. Weltkrieg enteignete die russische Besatzungsmacht den Rittergutsbesitzer. Im Jahre 1958 wurden die Räumlichkeiten als Geräteraum und Futtermittellager genutzt.

Heute steht das Gebäude unter Denkmalschutz. Der Pächter des Pfahlhauses ist seit 1997 der Traditions- und Heimatverein. Seine Aufgabe ist es, das Haus zu erhalten und der breiten Öffentlichkeit ein Teich- und Fischereimuseum zugänglich zu machen.

Es konnte sich eine vielfältige Tier-und Pflanzenwelt entwickeln.
Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wollten die Menschen immer mehr Fische ernten. Zunehmend wurden Futtermittel eingesetzt. Zur Gesunderhaltung der Fischbestände setzten die Fischer Chemikalien ein. Die Tier- und Pflanzenvielfalt ging zurück.

Bereits 1941 wurden drei Teilflächen zu Naturschutzgebieten erklärt. Das Naturschutzgebiet "Drebaer Teichgebiet" wurde 1976 geschaffen. Heute ist es Vogelschutzgebiet und Teil des Naturparkes "Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale".

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