Die Kirche St. Leonhardt zu Friesau

Vorläufer der Kirche ist eine kleine Kapelle, die vermutlich um die 1. Jahrtausendwende von Saalfelder Mönchen gebaut wurde, nachdem sie in das von Sorben besiedelte Gebiet aufgebrochen waren, um dort den christlichen Glauben zu verbreiten.
Einen Hinweis auf ein so frühes Bauwerk gilt der untere Teil des Turmes, dessen Mauerwerk fischgrätartig vermauert wurde.
Archäologische Funde, die bei Renovierungsarbeiten zu Tage kamen wurden ebenfalls auf das 11. Jahrhundert datiert.

Anfang des 12. Jahrhunders wurde die Kirche zu einer Wallfahrtstätte und aus diesem Grund vergrößert.
In den Jahren 1408 bis 1440 hat die Kirche ihre jetzige Gestalt erhalten.

Die Kirche ist reich an Kunstschätzen. Sie beherbergt einen Flügelaltar fränkischer Herkunft aus dem Jahre 1447 mit bemalten Altartafeln und geschnitzten Figuren zu beiden Seiten des erhöhten Kruzifixus, ferner zwei Seitenaltäre mit spätgotischen Figuren und Schnitzwerk vom späten 15. Jahrhundert. Sehenswert ist der Abendmahlskelch aus dem Jahre 1509, ein Werk des Schleizer Goldschmiedes Andreas Eckart.

An den zwei noch bestehenden Schießscharten ist zu sehen, dass die Friesauer Kirche auch als Wehrkirche diente.
Der ehemalige Wehrgang befand sich im Überbau des Turmdaches.

Der Ort Frisau wird urkundlich erstmalig 1345 erwähnt.

Das Friesauer Kirchenfenster

Im Ostfenster hinter dem Altar der Pfarrkirche zu Friesau befindet sich eine bisher wenig bekannte Glasmalerei. Die um 1430 zu datierende figürliche Darstellung zeigt Maria von einem Strahlenkranz umschlossen mit dem Christuskind auf dem Arm. Im Rahmen des Projektes wurde der kunstgeschichtliche Zusammenhang des mehrteiligen Rundbogenfensters im Hinblick auf die frühere Bedeutung der Kirche als Wallfahrtsort dargestellt.
Durch das Quellenstudium konnten jedoch die Herkunft der Glasmalerei bzw. Restaurierungsmaßnahmen in der Vergangenheit nicht eindeutig belegt werden, so dass die Untersuchungen der verwendeten Materialien und Herstellungstechnologien wesentlichen Aufschluss zur Entstehungszeit und Geschichte sowie zu Schadursachen des Fensters gaben. Es wurde ein Konzept zur Konservierung und Restaurierung erarbeitet und dieses am Fenster ausgeführt. Schwerpunkt stellte der gravierende Unterschied zwischen den durch Korrosion geschädigten und in ihrer Transparenz geminderten Gläsern und den umrahmenden, sehr hellen, unbemalten Teilbereichen dar, die wiederum zum Zurückdrängen der geschädigten Glasmalereiteile führten. Nach verschiedenen Versuchen mit defensiven Restaurierungstechniken, um ein farbliches Gleichgewicht der Gläser wieder wirken zu lassen, wurde sich für eine zusätzliche Scheibe entschieden, die hinter dem Original angeordnet, in der Durchsicht in die hellen Flächen einen transparenten Überzug projiziert. Dieser bewegt die Dichte ein wenig in Richtung der korrodierten Scheiben. Gleichzeitig werden die Reste der historischen Bemalung auf den hellen Scheiben in ihrer Wirkung verstärkt. Neben weiteren Maßnahmen zur Sicherung des materiellen Fortbestandes der Glasmalerei soll eine Schutzverglasung (eingebaut im historischen Eisenrahmen) die Umgebungsbedingungen der nach innen versetzten Glasmalerei verbessern, so dass das Fenster in seinem ursprünglichen architektonischen Zusammenhang belassen und nach Abschluss der Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten wieder in die Kirche eingebaut werden konnte.

Quelle: http://www.fh-erfurt.de/ko/forschung/2002/einzelne%20Projekte8.htm

Die Pfarrkirche in Saalburg

Pfarrkirche in Saalburg - Ebersdorf

Während der Barockzeit erhielt die spätgotische Kirche ihre reiche Ausstattung mit Emporen, Fürstenloge, Altaraufsatz und Kanzel.
Die südlich hinter der Marktbebauung, unweit der Burg gelegene Stadtkirche besteht aus einem großen, rechteckigen, flachgedeckten Saal, an den im Osten ein schmaler, mit drei Seiten des Achtecks schließender, rippenloser gewölbter Chor angefügt ist.

Beide Raumteile sind durch einen runden Triumphbogen voneinander getrennt. In der Nordecke zwischen Chor und Langhaus ist der Turm eingefügt, dessen Untergeschoss als Sakristei genutzt wird. Auf der Südseite schließ an den Chor eine Kapelle an, die Patronatsloge ist darüber angeordnet.
In seiner wesentlichen Substanz scheint das Bauwerk mit seinen Spitzbogenfenstern und den Strebepfeilern aus der Spätgotik zu stammen, wobei ältere Reste im Chor mit einbezogen sein können.

Wiederherstellungen nach Bränden, vor allem von 1586 und 1640, brachten bedeutende formale Veränderung mit sich. Das Langhaus mit seinen zweigeschossigen Emporen, die von Hermenpfeilern getragen werden, leider sind in jüngerer Zeit die dekorativen Füllbretter beseitigt worden, dokumentiert den wiederaufbauenden Abschnitt im 17. Jahrhundert.
Dazu gehören auch der von Heinrich I. gestiftete Altaraufsatz mit dem älteren Gemälde einer „Beweinung Christi“ und die Kanzel von 1660. Recht aufwendig ist ein Epitaph für einen J. A. Kästner an der Nordwand des Chores von 1677. Im 19. Jahrhundert sind hölzerne Maßwerke für die Fenster ergänzt worden.

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