Burgsiedlung Schleiz

zur Internetseite "Schleizer Heimathefte"
Foto: Juergen K. Klimpke

Das Schloss wird als „Haus zu Schleiz“ erstmals 1367 in einer Urkunde genannt.

Erbaut wurde es vermutlich ab 1240, als die Herren von Lobdeburg von Saalburg nach Schleiz umzogen. Nach dem Aussterben dieses Geschlechtes im Jahre 1289 fielen Schloss und Stadt an den Landgrafen von Thüringen, bis es um 1318 die Vögte von Gera in Besitz nehmen konnten. Die Vögte von Gera sind Nachfahren der Vögte von Weida und gehören zu jenem Geschlecht, dem auch die Burggrafen von Meißen aus dem Hause Plauen und die Herren, Grafen und Fürsten Reuß von Plauen entstammen. Seit dem Ende des 12. Jahrhunderts tragen alle männlichen Nachkommen dieser Familie nur einen Vornamen: Heinrich.

Nach dem Aussterben der Vögte und Herren von Gera im Jahre 1550 folgte eine kurzzeitige Herrschaft der Burggrafen von Meißen aus dem Hause Plauen, bis schließlich im Jahre 1590 die Herren Reuß von Plauen die Regentschaft übernahmen. Bis 1616 regierte hier die in jenem Jahr ausgestorbene mittlere Linie Reuß, worauf Schleiz an die jüngere Linie Reuß fiel. Unter dieser bildete sich die Herrschaft Reuß-Schleiz heraus, welche 1673 zur Grafschaft und 1806 zum Fürstentum erhoben wurde.

Nachdem im Jahre 1475 das Schloss vollständig einem Großfeuer zum Opfer fiel, erbauten die Herren von Gera eine neue Anlage. Sie wurde baulich umfassend von Burggraf Heinrich dem Jüngeren erweitert und ist daher unter dem Namen „burggräfliches Schloss“ in der Literatur zu finden. Diese Anlage brannte 1689 ebenfalls vollständig ab. Heinrich I. Reuß-Schleiz ließ daher ein architektonisch neues Schloss errichten, welches  unter der Regentschaft seines Sohnes Heinrich XI. Reuß-Schleiz in einem ersten Bauabschnitt 1705 und unter dessen Neffen Heinrich XII. Reuß-Schleiz endgültig 1753 vollendet wurde. Nach einem neuerlichen Großfeuer im Jahre 1837, dem auch die um 1810 aufgesetzten prächtigen Turmhauben zum Opfer fielen, entstand auf den Gewölben des Erdgeschosses jenes Schloss, welches am 8. April 1945 im Bombenhagel der U.S. Air Force unterging. Dabei wurden auch fast das gesamte Fürstl.-Reuß. Hausarchiv und die wertvollen Sammlungen des Heimatmuseums „Oberland“ mit dem Fürstl.-Reuß. Münzkabinett zerstört.

Vom 7.-13. August 1721 gab Johann Sebastian Bach gemeinsam mit der hiesigen Hofkapelle Konzerte auf dem Schleizer Schloss.

Am 10. Oktober 1806 übernachtete Napoleon Bonaparte für eine Nacht auf dem Schloss. Er nutzte es als Hauptquartier nach der am Tag zuvor bei Schleiz siegreich geschlagenen ersten Schlacht gegen die preußisch-sächsichen Truppen unter General Tauentzien, bevor die Doppelschlacht bei Jena-Auerstedt begann.

Das Schleizer Schloss war nachweislich Residenz

1482-1500     von Heinrich dem Mittleren, Herr von Gera

1563-1572     der Burggrafen zu Meißen aus dem Hause Plauen

1596-1616     von Heinrich dem Mittleren Reuß von Plauen

1647-1848     der Herren, Grafen und Fürsten Reuß-Schleiz (aus der jüngeren Linie Reuß)

1848-1913     Nebenresidenz der Fürsten Reuß j.L.

Am 12. Dezember 1919 ging das Schloss in den Besitz des Volksstaates Reuß und später den des Landes Thüringen über.

1950 wurden die Ruinen des Schlosses abgetragen. Aufgrund des Engagements einiger Schleizer Bürger ließ man die Turmruinen stehen.

Am 16. Dezember 1993 bekamen die Turmruinen nach historischem Vorbild wieder Hauben aufgesetzt.

Heute gehört das Schlossgelände zur Polizeiinspektion Saale-Orla. Eigentümer ist das Innenministerium des Freistaates Thüringen.

Polizeiinspektion Saale-Orla
Alter Berg 7
07907 Schleiz
Telefon: 03663 431-0

Weitere Informationen zum Schleizer Schloss finden Sie hier.

http://www.schleizer-heimathefte.de/

Teilen: